Uwe Kaiser

Bericht aus dem Studienurlaub von Pfarrer Uwe Kaiser

Greifswald<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-olten.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>31</div><div class='bid' style='display:none;'>4018</div><div class='usr' style='display:none;'>20</div>

„Kirche[n]gestalten – Re-Formationen von Kirche und Gemeinde in Zeiten des Umbruchs.“ so lautete der Titel eines internationalen Symposiums, an dem ich vom 24.-26. Mai im Rahmen meines Studienurlaubs in Greifswald teilnehmen konnte.
Uwe Kaiser,
Als Referenten waren neben theologischen Professoren aus ganz Europa auch eine Soziologin und zwei Ökonomen eingeladen. Vier der Theologen waren Bischöfe (Heinrich Bedford-Strohm (Bayern), Antje Jackelén (Erzbischöfin in Schweden), Graham Tomlin (London) und Hans-Jürgen Abromeit (Vorpommern)), was deutlich macht, wie sehr die Zukunft der Kirche auch die Kirchenleitungen beschäftigt.
Aus der Fülle der nicht weniger als 14 Vorträge möchte ich einige Eindrücke herausgreifen.
- Der Mitgliederschwund wie auch die Erosion christlicher Werte in der Gesellschaft ist allen klar vor Augen. Die Frage ist nun, wie man damit umgeht. Sich nicht durch die Gesetzmässigkeit der sinkenden Zahlen lähmen zu lassen, sondern Gottes Geist gerade darin Neues zuzutrauen (nach Röm 7,6) war das Votum des hiesigen Bischofs Abromeit. Denn auch die erste Christenheit war klein und zerstreut im pluralistischen Römischen Reich - trotzdem hatte sie eine grosse Kraft. Diese erhielt sie aus dem Glauben an Jesus Christus, den auferstandenen Herrn und Erlöser.
- Mission ist in Deutschland auch in den Landeskirchen wieder ein Thema geworden. Sie ist aber nicht als etwas zu verstehen, was zum Normalbetrieb der Kirche dazukommen muss, sondern als eine Grundhaltung, die alles durchdringt. So kann der Auftrag Jesu, der zum Gegenüber hinzielt, auch bei zurückgehenden Ressourcen im Blick bleiben.
- Die Kirche der Zukunft wird vermutlich viele verschiedene Formen haben, nicht mehr nur die Ortskirchgemeinde sondern auch Nischenkirchen. Vernetzung wird wichtiger, aber auch die Haltung der Wertschätzung und einer versöhnten Verschiedenheit. Auf der Suche nach konkreten, neuen Formen gibt es in England schon einige Ansätze. Aber auch hier in Vorpommern konnten wir das Beispiel von „Greifbar“ kennen lernen: Durch die gezielte Gründung von Wohngemeinschaften in einer riesigen Plattenbausiedlung in Greifswald wird der Kontakt mit der Bevölkerung aufgebaut und eine neue Art Gemeinde kann entstehen (» www.greifbar.de).
- Dazu braucht es sogenannte „Innovationskeimlinge“ (Flessa): Orte, wo ganz neue Wege ausprobiert werden können. Dazu muss aber die Bürokratie verringert werden. Menschen mit Visionen müssen freigesetzt werden, so dass sie etwas wagen können, ohne dass der Erfolg von vornherein sicher ist.

Diese Punkte – und noch vieles mehr – werden mich weiter beschäftigen, auch im Blick auf unser Gemeindeleben in der Kirchgemeinde Olten. Die Tagung war sehr ermutigend, erfrischend und auch befreiend. Gott ist noch nicht fertig mit seinem Werk, der Kirche.
Pfr. Uwe Kaiser
Mehr zur Tagung unter » https://www.facebook.com/IEEG.Greifswald/

Bereitgestellt: 12.06.2018     Besuche: 16 Monat 
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