Ursula Rutschi-Probst

Kirchensteuer – ist das teuer?

Regelmässig flattern die stereotypen Kirchenaustritte bei den Pfarrämtern ins Haus. Die vom Internet heruntergeladenen Sätze geben keinerlei Begründungen für die Austritte. Vermutlich sind es zwei Beweggründe, die dahinter stehen:
Gleisfeld —  Bei vielen Optionen den richtigen Weg finden.<div class='url' style='display:none;'>/kg/untergaeu/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-brunnen-schwyz.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>49</div><div class='bid' style='display:none;'>144</div><div class='usr' style='display:none;'>59</div>

 

- Mir passen Art und Inhalt der Kirche nicht mehr!
Menschen können sich mit Inhalt, Form oder Art der kirchlichen Arbeit nicht mehr identifizieren. Und deswegen verabschieden sie sich. Das sind legitime Gründe, die auch bei den kirchlichen Institutionen auf viel Verständnis stossen.
- Mir ist das alles viel zu teuer!
Dieser zweite Grund scheint auf den ersten Blick schlagkräftig. In Zeiten der wirtschaftlichen Unsicher-heiten muss man sparen. Und warum sollte man für etwas Geld ausgeben, das man wenig oder gar nicht in Anspruch nimmt?
Richtig, aber was passiert, wenn es keine Kirchen mehr gibt?
Die Kirchen haben seit jeher die Aufgabe gehabt, der Gesellschaft spirituelle und religiöse Inhalte zu vermitteln. Sie festigen und sichern damit Grundlagen, die unsere europäische Zivilgesellschaft so besonders und einzigartig gemacht haben. Zum Beispiel: Freiheit des Individuums, Menschenwürde, Arbeitsrecht, Bildung, soziale Institutionen – nichts von alledem würde heute existieren, hätte es nicht seit zwei Jahrtausenden christlich motivierte Menschen gegeben, die das Gewissen von Staat und Individuum geschärft und gefördert haben. Man mag den Kirchen vieles anlasten, aber eines ganz bestimmt nicht: Ohne die christlichen Werte, vermittelt durch die Kirchen, stände Europa – ja die ganze westliche Welt – an einem ganz andern Ort. Und wir beginnen zu spüren, was es bedeutet, wenn diese Werte verloren gehen und mit anderen Werten konfrontiert werden. Stützen Sie die Kirche, und Sie stützen das, was auch Ihren Kindern und Enkeln lieb und schützenswert sein sollte. Was passiert, wenn es keine Kirchen mehr gibt? Überlegen Sie es sich selber mal für einen Augenblick.
Ist die Kirchensteuer teuer?
Für den festlichen Rahmen und die Rede an einer Hochzeit oder Abdankung können Sie für einige tausend Franken eine Privatperson auf dem freien Markt anwerben. Kein Problem. Nur hinter der Kirchensteuer steckt viel mehr. Die Kirchen finanzieren zum Beispiel einen offenen ökumenischen Religionsunterricht an der Schule mit fachlich ausgebildeten Lehrpersonen. Sie vermitteln damit Werte und Wissen fürs Leben. Sonntag für Sonntag bieten Kirchen Gottesdienste, Kinder- und Jugendprogramme an, wo Alternativen zu Konsumverhalten, Gier, Machtmissbrauch und eine Hoffnung aufgezeigt werden. Die Kirche betreut Senioren, Kranke, Gefangene, macht Hausbe suche, führt seelsorgerliche Gespräche, bietet Erwachsenenbildung an, und und und… . Ist die Kirchensteuer teuer? Auf keinen Fall! Allein im Kanton Solothurn wird die in den Kirchen von Freiwilligen erwirtschaftete soziale Arbeit auf mehr als 20 Mio. Franken geschätzt. Dazu kommen gratis zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten für Jugendarbeit (z.B. Jungschar) und andere kirchennahe Organisationen. Raten Sie was passiert, wenn es keine Kirchen mehr gibt und alle diese Dienste weg fallen? Es wird teuer!

Ein zweiter Gedanke lohnt sich also.

Lesen Sie die Details zur Sozialzeitstudie der Kirchen im Kanton Solothurn in der Datei, die Sie unten herunterladen können.
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Bereitgestellt: 27.06.2017    Besuche: 26 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch