Daniel Göring

«Steuergeschenk» in Millionenhöhe

Geld Münzen: Schweizer Münz (Foto: Werner Näf)

Freude an der Kirchgemeindeversammlung: Die Rechnung 2025 unserer Kirchgemeinde schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von 2,26 Millionen Franken ab. Hauptgrund sind nachträgliche Steuerüberweisungen durch die Stadt Olten.
Daniel Göring
Bis 2023 besorgte die Stadt Olten den Einzug der Steuern auch für die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Region Olten. 2024 hat der Kanton Solothurn diese Aufgabe übernommen. Inzwischen hat die Stadt Olten Bereinigungen bei den Steuereinnahmen zugunsten der Kirchgemeinde für die letzten Jahrzehnte durchgeführt. Diese Bereinigungen wurden erforderlich, weil zwischen den Vorbezügen und den definitiven Veranlagungen Differenzen resultierten.

Als Folge davon hat unsere Kirchgemeinde nachträglich Steuergutschriften aus Olten im Umfang von rund 1,6 Millionen Franken erhalten, wie Präsident Johan Post an der Kirchgemeindeversammlung ausführte. Diese bewirken, dass unter dem Strich für das Jahr 2025 ein Einnahmenüberschuss von 2,26 Millionen Franken resultiert. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 31'000 Franken. Bei den 1,6 Millionen aus Olten handle es sich um einmalige Steuererträge, mit denen in den nächsten Jahren nicht mehr zu rechnen sein werde, erklärte der Präsident und entzog damit allfällig aufgekommenen euphorischen Überlegungen sogleich den Boden.

1,4 Millionen für Vorinvestitionen

Von den 2,26 Millionen will die Kirchgemeinde 1,4 Millionen Franken für in den nächsten Jahren geplante respektive absehbare Investitionen verwenden. Dabei handelt es sich um Aufwendungen für Gebäude, Mobiliar, Glockensteuerung usw., die sämtlichen Kirchenkreisen zugutekommen. Die Versammlung mit 46 Stimmberechtigten folgte dem Antrag des Kirchgemeinderates ohne Gegenstimme. Die nach Abzug der Vorinvestitionen vom Gewinn verbleibenden 854'000 Franken werden dem Eigenkapital zugeschlagen. Dieses steigt somit auf 7,56 Millionen Franken.

Die Investitionsrechnung 2025 schliesst mit Aufwendungen von 77’500 Franken für die Renovation des Pfarrhauses der Friedenskirche. Da die im Sommer begonnene grössere Sanierung der Fassade der Pauluskirche Ende 2025 noch nicht ganz abgeschlossen war, sind die Kosten von 948'000 Franken auf das Konto «Anlagen im Bau» umgebucht worden.

Der Selbstfinanzierungsgrad für 2025 lag aufgrund der zusätzlichen Steuererträge und der Umbuchung von Investitionen bei 3002 Prozent. Budgetiert war ein Wert von 22,6 Prozent. Einen Teil des Überschusses von 2,26 Millionen Franken will die Kirchgemeinde für Menschen in Not einsetzen. Die Versammlung erteilte dem Kirchgemeinderat mit einer Gegenstimme grünes Licht, um zusätzliche Spenden im Umfang von 100'000 Franken zu sprechen.

Ausbildungsplatz anbieten

Die Reformierte Kirchgemeinde Region Olten will die Ausbildung stärken. Die Versammlung stützte einen Antrag des Kirchgemeinderates, der vorschlug, im Stellenplan und im Budget die Kosten für einen festen Studienplatz im Rahmen der dreijährigen Ausbildung für Sozialdiakoninnen und -diakone oder Sozialpädagoginnen und -pädagogen vorzusehen. Die Salärkosten machen pro Jahr rund 50'000 Franken aus. Aktuell hat die Kirchgemeinde die Anfrage einer an einem Ausbildungsplatz interessierten Person vorliegen. Mit einer fixen Ausbildungsmöglichkeit trage die Kirchgemeinde dazu bei, den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern, betonte Johan Post.

In verschiedenen Gebäuden der Kirchgemeinde hat sich die Situation der Räume durch Umnutzungen oder fixe Vermietungen verändert. Dies betrifft insbesondere das Kirchgemeindehaus Walterswil und den Riggenbachsaal der Friedenskirche in Olten. Deshalb mussten die nicht mehr frei mietbaren Räume im Anhang zum Merkblatt für die Benutzungsgebühren von Räumlichkeiten der Kirchgemeinde gestrichen werden. Handkehrum ist in Trimbach ein neu mietbarer Raum hinzugekommen. Die Kirchgemeindeversammlung genehmigte die Anpassungen widerspruchslos.

Neues Krisenmanagement

Andreas Wurzer, Leiter kirchliches Leben, berichtete der Versammlung über von der neuen Geschäftsleitung im ersten halben Jahr vorgenommene Anpassungen an Strukturen und Abläufen. Brigitte Stoffel, Leiterin Verwaltung, stellte das neue Krisenmanagement vor. Das Dokument soll den Verantwortlichen helfen, bei einer Krise die Situation zu stabilisieren, allfälligen Schaden zu begrenzen und die Handlungsfähigkeit der Organe der Kirchgemeinde sicherzustellen.

Weiter nahm Präsident Johan Post den Vorstoss eines Mitglieds der Kirchgemeinde entgegen. Der Vorstoss verlangt, dass Kirchgemeinderat und Geschäftsleitung auf den Entscheid zurückkommen, die Marke «Jesus Christus, unser Weg» als Ergänzung zum Logo der Kirchgemeinde fallenzulassen. Der Verzicht auf die in Form einer Sprechblase gehaltene Marke war aus grafischen und Anwendungsgründen beschlossen worden. Johan Post kündigte an, dass der Kirchgemeinderat an der nächsten Versammlung im Dezember zum Vorstoss Stellung beziehen werde.

Beilage:
Bereitgestellt: 25.06.2026     Besuche: 3 heute 
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