Begegnung im Khmer-Tempel – Ein Blick in eine andere Glaubenswelt
Zum Oberstufenprogramm gehört auch der Blick über den eigenen Tellerrand: das Kennenlernen anderer Religionen und ihrer Lebenspraxis. Am 25. Oktober durften die Jugendlichen aus Dulliken, Walterswil und Starrkirch-Wil im Khmer-Tempel in Walterswil das Kathinafest miterleben – ein wertvoller Einblick in eine andere Glaubenstradition und ein Moment echter Begegnung.
Andreas Wurzer,
Das dreijährige Oberstufenprogramm Dulliken–Walterswil–Starrkirch-Wil führt Jugendliche Schritt für Schritt auf ihrem Weg zur Konfirmation. Neben den vertrauten christlichen Inhalten und Ritualen gehört auch ein Einblick in andere Religionen dazu – nicht als Schwerpunkt, sondern als Ergänzung, die das Verständnis für unsere vielfältige Gesellschaft stärkt.
Im Zentrum steht dabei keine theologische Diskussion, sondern eine einfache Frage:
Wie leben andere Menschen ihren Glauben – und was können wir über ihr Verständnis von Gemeinschaft, Respekt und Spiritualität lernen?
Am 25. Oktober bot sich dafür eine besondere Gelegenheit. Die Jugendlichen – begleitet von zwei interessierten Eltern – waren im Khmer-Tempel Walterswil zu Gast. Die dortige buddhistische Gemeinschaft feierte an diesem Tag das Kathinafest, ein traditionelles Fest zum Ende der Regenzeit. Dabei erhalten die Mönche ein neues Gewand – Kathinabedeutet „Textil“ oder „Stoff“.
Die Tempelgemeinde empfing uns mit grosser Herzlichkeit. Die Jugendlichen erlebten Prozessionen, hörten Erklärungen zu Ritualen und Symbolen und bekamen einen lebendigen Eindruck davon, wie Glauben in einer anderen Tradition gelebt wird. Viele waren beeindruckt von der Ruhe, der Gastfreundschaft und dem gegenseitigen Respekt, der dieses Fest prägt.
Dieser Besuch war ein wichtiger Moment: Er zeigte, dass religiöse Vielfalt nicht Bedrohung bedeutet, sondern Begegnung ermöglicht. Und er machte erfahrbar, dass ein respektvoller Austausch das eigene Glaubensverständnis nicht schwächt – sondern oft sogar vertieft.
Unsere Kirchgemeinde ist seit vielen Jahren am Runden Tisch der Religionen des Kantons Solothurn vertreten. Dieses Engagement soll zu einem guten Miteinander in unserer vielfältigen Region beitragen. Der Besuch im Khmer-Tempel war ein kleiner, aber wertvoller Schritt auf diesem Weg – für uns als Kirche und für die Jugendlichen, die unseren Glauben und die Welt, in der sie leben, immer besser verstehen möchten.