Daniel Göring

Popmusik, Lichteffekte und Halleluja

Godi am Obig (Foto: Daniel Göring)

«Godi am Obig» ist die etwas andere Art von Gottesdienst des Kirchenkreises Untergäu. Die Teilnehmenden schätzen neben dem Format die Gemeinschaft, die sie dabei erleben.
Daniel Göring,
«Halleluja, Halleluja» – die Worte tönen in den Saal hinein, die vierköpfige Band Crossstream spielt, elektrisch verstärkt, den weltbekannten Song von Leonard Cohen in einer Fassung mit weihnächtlichem Text. Im Publikum bewegen sich etliche Lippen zum Refrain, die Menschen gehen mit dem Lied mit. Rot und gelb beleuchtete Stützpfeiler und orange Stablampen rund um das Podium tauchen den Raum in Kombination mit der Musik in eine stimmungsvolle Atmosphäre im sich zu Ende neigenden Advent.

Willkommen bei «Godi am Obig», dem etwas anderen Gottesdienst des Kirchenkreises Untergäu. Einmal im Monat findet er an einem Samstagvorabend im Kirchgemeindehaus Hägendorf statt. Am Samstag vor Weihnachten ging die letzte Ausgabe des Jahres 2025 über die Bühne. Etwas über zwei Dutzend Gläubige hatten sich dazu eingefunden.

Jung, aber nicht nur
«Godi am Obig» setzt auf viel Musik – in erster Linie Worship, also Lobpreismusik –, eine kurze Predigt und eine anheimelnde Ambiance. «Es ist eine alternative, moderne Form von Gottesdienst», führt Andreas «Andriko» Schindelholz im Gespräch aus. Er zeichnet als Sozialdiakon für den Anlass verantwortlich. «Godi am Obig ist auf junge Leute ausgerichtet, steht aber allen Menschen offen», erklärt er weiter. Das Format stelle für Gläubige eine Möglichkeit dar, Zugang zu einem Gottesdienst zu finden, denen die klassische Art weniger entspreche, betont Andreas Schindelholz.

Und «Godi am Obig» lade auch zu Partizipation und Mitgestaltung ein, streicht er weiter hervor. So halten immer mal wieder junge Kirchenmitglieder den Input, wie die Predigt am «Godi am Obig» heisst. Doch nicht nur vom Auftritt und Inhalt her will «Godi am Obig» zeitgemäss sein: Die Gottesdienste werden direkt über das Internet gestreamt. Gut und gerne zwei Dutzend Personen nehmen gemäss Andreas Schindelholz jeweils virtuell teil.

Die Quelle der Freude
Die weihnächtliche Ausgabe von «Godi am Obig» läutete Crossstream mit der traditionellen afroamerikanischen Gospelhymne «Go tell it on the Mountain» ein. Im weiteren Verlauf des stündigen Gottesdienstes spielte die Band christliche Lieder aus Deutschland, England, Nordirland, Australien und der Schweiz. Auch die Eigenkomposition «Salt of the Earth» von Sänger und Gitarrist Joël Dietler hatte Aufnahme in die Songliste gefunden.

In seinem Input ging Pfarrer Thierry Wey auf das fünfte und letzte Kapitel des 1. Thessalonicherbriefes von Paulus ein. Er führte durch 17 Verse, die er zusammenfassend als Schlussermahnungen und Ermutigungen bezeichnete und schlug einen Bogen zu Verhaltensweisen im heutigen Alltag. Zum Vers «Freut euch allezeit!» stellte Thierry Wey die Frage in den Raum, was denn für uns Menschen das Objekt von Freude sein könnte. Nach einer kurzen Pause, in der die Teilnehmenden Gelegenheit hatten, sich Gedanken zu machen, legte der Pfarrer dar, dass wir Gott als die Quelle von Freude sehen sollten, «denn die Freude am Herrn gibt uns die Kraft für alles, was wir tun».

Gemeinschaft trägt
Nach dem gemeinsamen Beten des «Unser Vater» und dem von Andreas Schindelholz erteilten Segen für die Besuchenden beschloss Crossstream den Gottesdienst mit dem rockigen Lied «Lift up your Head». Erhobenen Hauptes und Gemüts zeigten sich die Teilnehmenden nach dem «Godi am Obig». Gerry Schüpbach, die als über 80-Jährige regelmässig daran teilnimmt, schätzt am Format, «dass wir das Wort Gottes hören und über die Generationen hinweg zusammen sein können». Die einige Jahrzehnte jüngeren Rahel Berger und Joshua Wedner besuchen «Godi am Obig» wegen der Worship-Musik, der guten Stimmung und der Gemeinschaft, die sie dabei erleben können. Der Pflege letzterer diente der anschliessende Apéro, an dem – saisongerecht – auch Weihnachtsguetzli für Freude sorgten.

» Godi am Obig: Daten 2026
Bereitgestellt: 23.12.2025     Besuche: 134 Monat 
Datenschutz | aktualisiert mit kirchenweb.ch