Andreas Wurzer

„Man kann nur gewinnen, wenn man sich darauf einlässt“ – Ein Gespräch mit einer jungen Leiterin

Michelle Suter (Foto: Andreas Wurzer)

Michelle Suter ist seit einigen Jahren in unserer Jugendarbeit aktiv, hat selbst als Teilnehmerin begonnen und gestaltet heute Angebote für Kinder und Jugendliche mit. Im Gespräch erzählt sie, was sie geprägt hat, warum sie geblieben ist und weshalb Kirche für junge Menschen ein wichtiger Ort sein kann.
Andreas Wurzer,
1. Was hat dich damals als Teilnehmerin am meisten geprägt?
Am stärksten geblieben ist mir die gemeinsame Zeit mit den vielen anderen Kindern. Es waren über 70 Teilnehmende – man lernte ständig neue Leute kennen und konnte Freundschaften schliessen. Die Workshops waren toll, weil wir unsere Stärken zeigen und kreativ sein konnten: beim Bühnenbild basteln, beim Schauspielern, beim Ausprobieren neuer Ideen. Aber ehrlich gesagt bleibt mir bis heute auch das lange Stehen beim Liederüben in Erinnerung.

2. Wie bist du ursprünglich dazugekommen, als Leiterin mitzuhelfen?
Eigentlich ganz unspektakulär: Für die Konfirmation brauchte ich Unterschriften, und fürs Mitwirken gab es zwei davon. Als ich dann aber einmal angefangen hatte, merkte ich, wie viel Freude es macht. Durch die Mitarbeit und die Jugendprogramme habe ich erlebt, wie schön es ist, den Glauben mit anderen Jugendlichen zu teilen. Das hat mich gehalten – und richtig motiviert.

3. Was macht dir heute besonders Freude an der Mitarbeit?
Ich mag es, eigene Ideen einzubringen und Teil eines motivierten Teams zu sein, das für die Kinder eine ganze Woche gestaltet. Besonders schön sind die Gespräche mit den Kindern, wenn sie Fragen haben – weil ich genau weiss, wie sich das in ihrem Alter anfühlt.
Für mich persönlich nehme ich mit, gelassener mit Stresssituationen umzugehen und in schwierigen Momenten einen klaren Kopf zu bewahren. Das hilft mir auch im Alltag weiter.

4. Gibt es einen Moment, der dir besonders nachgeht?
Ja. Es war der Moment, als die Konfirmandinnen und Konfirmanden einmal kein Handy hatten und plötzlich nicht wussten, was sie tun sollen. Wir haben dann zusammen in der Bibel gelesen, gemalt und Fragen besprochen. Es entstand eine sehr schöne, ruhige und wertvolle gemeinsame Zeit rund um die Bibel.

5. Was möchtest du anderen Kindern und Jugendlichen mitgeben?
Ich möchte ihnen Mut machen, die vielen Angebote der Kirche zu nutzen. Egal ob klein oder gross – es gibt für alle etwas. Man darf sich trauen zu kommen, allein oder zusammen mit jemandem. Jede und jeder ist willkommen, und man kann eigentlich nur gewinnen, wenn man sich darauf einlässt.

6. Wie sieht deine Zukunft in der Jugendarbeit aus?
Ich möchte auf jeden Fall weiterhin dabei bleiben. Besonders reizvoll finde ich die Idee, irgendwann gemeinsam mit jemandem ein eigenes Angebot aufzubauen – vielleicht etwas im Bereich Bibellesen oder ein neues Gefäss speziell für Jugendliche. Die Ideen gehen mir nicht aus.

Wir sagen von Herzen Danke für das Interview, dein Engagement, deine Zeit, deine Ideen und dein offenes Herz für die Kinder und Jugendlichen unserer Kirchgemeinde. Menschen wie du machen unsere Angebote lebendig – und zeigen, wie wertvoll junge Leitende für unsere Gemeinschaft sind.
Bereitgestellt: 18.11.2025      
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