Daniel Göring

Religionsunterricht: neue Form

Spurensuche (Foto: Daniel Göring)

Unsere Kirchgemeinde geht mit dem Religionsunterricht neue Wege: Ab nächstem Schuljahr wird der Unterricht für die 5. bis 9. Klasse blockweise ausserhalb der Schulzeit stattfinden.
Daniel Göring
Die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Region Olten führt ab dem Schuljahr 2025/2026 ein neues Konzept für den Religionsunterricht der 5. bis 9. Klasse inklusive Konfirmation ein. Er wird nicht mehr Teil des Stundenplanes in den Schulen sein, sondern in mehreren Blocks über das Jahr verteilt stattfinden. Damit vollzieht die Kirchgemeinde eine Änderung nach, die in anderen Deutschschweizer Kantonen bereits Realität ist.

Der Gründe gibt es mehrere

An einem Informationsabend für Eltern präsentierten die Verantwortlichen am Freitag, 20. Februar, das neue Konzept, das den Titel «Spurensuche» trägt. Über 80 Personen erschienen in der Pauluskirche, um mehr darüber zu erfahren. Gründe für die Änderungen im Religionsunterricht gibt es mehrere. Zuvorderst nannte Andreas Wurzer, Leiter Kirchliches Leben, die seit Jahren rapide sinkenden Zahlen an reformierten Schülerinnen und Schülern. Sie ging innert zehn Jahren von 570 auf rund 300 zurück.

Dies führte zu immer kleineren Klassen und damit zu hohen finanziellen Aufwendungen pro Kind. Hinzu kamen der Mangel an Lehrpersonen und die Tendenz der Schulen, den Religionsunterricht im Stundenplan an den Rand zu drängen, das heisst am frühen Morgen oder am späteren Nachmittag stattfinden zu lassen. Aus all diesen Gründen sah sich die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Region Olten gezwungen, mit dem Religionsunterricht neue Wege zu beschreiten und das System der gemeinsam mit der Römisch-katholischen Kirche durchgeführten Lektionen zu verlassen, wie Andreas Wurzer unterstrich.

Über 30 Module zur Auswahl

Doris Bürgi, Bereichsleiterin Kinder und Jugend, stellte den Eltern die «Spurensuche» im Detail vor. Ab dem nächsten Schuljahr erfolgt der Religionsunterricht blockweise. «Weniger Unterricht ist mehr», hielt Doris Bürgi dazu fest. Die Kinder und Jugendlichen müssen ein Pflichtprogramm besuchen, das abgestuft nach dem Alter aus einem Nachmittag sowie aus vorgegebenen und freiwilligen Modulen besteht. Auswählen können die Schülerinnen und Schüler aus einem «bunten Strauss» von über 30 Modulen, wie Doris Bürgi es formulierte. Sie betonte, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem neuen System eine «maximale Flexibilität» erhielten.
An Vorteilen des neuen Konzepts für die Kinder und ihre Familien listete sie eine ganze Reihe auf:

  • Abwechslungsreiche Module zu verschiedenen Themen
  • Weniger Unterricht und mehr Themen, die direkt in den Alltag der Kinder und Jugendlichen hineinwirken
  • Stärkung der reformierten Identität durch die Vermittlung von Werten und Glaubenslinien
  • Mehr Freiräume in der Gestaltung der Module; sie finden nicht mehr im Schulzimmer, sondern im Kirchenumfeld oder draussen statt
  • Das Programm lässt sich für jedes Schuljahr anpassen und kann sich weiterentwickeln
  • Reduktion des wöchentlichen Stundenplans durch den Wegfall des Religionsunterrichts.

Wie Doris Bürgi in Aussicht stellte, erhalten Eltern und Kinder bis Ende Mai, Anfang Juni eine Broschüre, in der alle zur Auswahl stehenden Module enthalten sind. So wüssten die Familien frühzeitig, an welchen Nachmittagen, Abenden und Samstagen der Religionsunterricht im kommenden Schuljahr stattfinden werde. Für die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse erfolgt der Startschuss für das erste Jahr mit der «Spurensuch» am 13. Juni, wie Doris Bürgi ankündigte. An diesem Morgen werden die Kursleiterinnen und -leiter ihre Module vorstellen.

Frühe Kommunikation erwünscht

Am Schluss des Informationsabends hatten die Eltern das Wort. Sie konnten Fragen stellen und über ein elektronisches System ihre Anliegen eingeben. Die häufigsten Stichworte, die auf der Anzeige erschienen, waren «Frühe Kommunikation», «Gemeinschaft» und «Gott kennen lernen». Doris Bürgi und Andreas Wurzer sagten zu, die Eingaben der Eltern so weit machbar zu berücksichtigen und in die Planung einzubeziehen. Die «Spurensuche» soll Hand in Hand von Kirchgemeinde und Familien erfolgen.
Bereitgestellt: 23.02.2026     Besuche: 52 Monat 
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