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Daniel Göring

Ein Unfall machte ihn zum Freiwilligen

Sebastian Stark

Freude an der Arbeit mit Jugendlichen und handwerkliches Geschick bringt Sebastian Stark als Freiwilliger in den Kirchenkreis Untergäu ein. Auslöser für sein Engagement in der Kirche war ein Unfall.
Daniel Göring
Es hätte eine freudvolle Fahrt werden sollen. Sebastian Stark war mit seinem Töff auf der Autobahn unterwegs. Die Maschine glänzte im Sonnenlicht, sie war nigelnagelneu. Der junge Mann hatte sie in Winterthur gekauft und befand sich mit ihr auf dem Heimweg. Dann wurde ihm der starke Wind, der an dem Tag herrschte, zum Verhängnis. Eine Böe erwischte das Motorrad von der Seite und drückte es an die Leitplanke. Sebastian Stark konnte einen Sturz nicht verhindern. Die Maschine erlitt Totalschaden, der Fahrer jedoch blieb abgesehen von einigen blauen Flecken unverletzt.

Der Unfall und das Glück, das er hatte, veränderten sein Leben. «Es kann kein Zufall sein, dass mir nicht mehr passiert ist», sagte sich Sebastian Stark. Er besann sich seines christlichen Glaubens, dem er während Jahren keine grosse Beachtung mehr geschenkt hatte. «Im Nachhinein kam es mir vor, als habe Gott mir durch den Unfall zugerufen: ‹He, ich bin im Fall noch da!›»

Vom Helfer zum Moderator

Der Ruf verhallte nicht ungehört. Aus dem Erlebnis erwuchs in Sebastian das starke Bedürfnis, sich in die Kirche einzubringen. Da der mittlerweile 30-Jährige einen guten Zugang zu Kindern und Jugendlichen hatte, lag es nahe, dass er sich ein Engagement in dem Bereich suchte. Im «Godi am Obig», dem etwas anderen, auf ein jüngeres Publikum ausgerichteten Gottesdienst des Kirchenkreises Untergäu, fing Sebastian Stark als unauffälliger Helfer im Hintergrund an.

Das Format mit Worship-Musik und kurzem Input anstelle einer langen Predigt sagte ihm zu. Binnen kurzem fühlte sich Sebastian in dem Gottesdienst heimisch, trat aus dem Schatten, übernahm ab und an die Moderation. Heute leitet er zusammen mit Sozialdiakon Andreas Schindelholz den einmal monatlich stattfindenden «Godi am Obig».

Weiter engagiert sich Sebastian Stark als Co-Leiter im Jugendtreff Wangen, der alle zwei Wochen an einem Freitagabend seine Tore öffnet. Zwischendurch war er auch im Pop-up Hägendorf aktiv, dem ebenfalls freitags stattfindenden Anlass für Jugendliche mit Znacht, Spiel und Gemeinschaft. Und seit Juli 2026 sitzt er mit am Tisch, wenn sich der Vorstand des Kirchenkreises Untergäu trifft und verfasst als Aktuar die Sitzungsprotokolle.

Es macht Spass

«Freiwilligenarbeit macht Spass, und ich kann damit erst noch Junge für die Kirche begeistern», begründet Sebastian Stark seine Einsätze, die sich nach eigener Berechnung auf gut 15 Stunden pro Monat belaufen. Freude bereite ihm überdies, wenn er sehe, wie sich Kinder zu Jugendlichen entwickeln würden und ihre Persönlichkeit zu wachsen und reifen beginne. Nicht zuletzt schätzt Sebastian Stark an der Kirche die «Momente von cooler Gesellschaft, in denen wir über den Glauben philosophieren können», wie er es umschreibt.

Handkehrum hat die Kirche mit ihm einen Freiwilligen, der über handwerkliches Geschick verfügt. Der gelernte Lastwagenmechaniker legt bei technischen Installationen regelmässig Hand an. Unter anderem hat er das mit schneeweissen Leuchten bestückte Kreuz für den «Godi am Obig» hergestellt oder war beteiligt an der Installation der Umgebungsbeleuchtung für die neue Küche im Jugendraum bei der Kirche in Hägendorf.

Wie eine Familie

Die Kirche ist für Sebastian Stark zu einem Ort geworden, wo er gemeinsam mit anderen Gläubigen Gemeinschaft erleben kann. Wichtig sei ihm der Ort aber auch, weil Gott hier zu den Menschen wirke, wie er anfügt. Mittlerweile hat der Kirchenkreis Untergäu für ihn eine Bedeutung gewonnen, die darüber hinausgeht: «Wir haben im Kirchenkreis einen engen Zusammenhalt, es ist wie eine Familie, in der ich mich daheim und aufgehoben fühle.»
Bereitgestellt: 19.10.2026     Besuche: 17 Monat 
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